Triumphsäule, die zweite!

Es ist unübersehbar – an der zweiten Triumphsäule der Karlskirche wächst derzeit ein Gerüst in die Höhe. Der Grund: Auch sie soll, wie auch die erste Säule im Jahr 2024, in ihren alten Glanz zurückversetzt werden. Das heißt, dasss wieder ein Jahr lang geputzt, gemeißelt, modelliert, ausgebessert und restauriert wird. Stein-, Gold-, Holz- und Metallrestauratoren werden bis vorraussichtlich Ende 2026 an der Säule arbeiten.

„Das Projekt hat Weltrang“, heißt es vom Verein der Freunde der Wiener Karlskirche. Das von Christoph Mader, Johann Baptist Straub und Jakob Christoph Schletterer geschaffene Relief aus Zogelsdorfer Stein gilt als das größte barocke Säulenrelief. Weiter heißt es vom Verein: „Wir sind den Touristinnen und Touristen sehr dankbar, dass sie mit ihren Eintrittsgeldern in die Karlskirche diese Restaurierung ermöglichen.“

Wie die meisten architektonischen Details fügen sich auch die Triumphsäulen ein in das Gesamtkonzept des Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach. Sie ahmen die Trajanssäule in Rom nach und schlagen somit eine Brücke zur römischen Kaiserzeit. Gleichzeitig rekurrieren sie auch auf die Säulen des Salomonischen Tempels Jachin und Boas sowie auf die Säulen des Herkules, die die habsburgische Herrschaft in Spanien symbolisierten. Die Säulen folgen also dem imperialen Programm gottgewollter Herrschaft, das die Architektur versinnbildlichen möchte.

Doch auch einen geistlichen Gehalt zeigen die Säulen. „Wir sehen auf den Reliefs die Vita des heiligen Karl Borromäus dargestellt“, erklärt Kirchenrektor P. Marek Pucalik, O.Cr. „Dem Leben dieses vorbildlichen Heiligen ist durch die Säulen ein Denkmal gesetzt. So können uns die Säulen neben ihrem kunsthistorischen Gehalt auch etwas Geistliches mitteilen: Die Frömmigkeit, Gottesfurcht und Nächstenliebe des heiligen Karl Borromeo sind wie diese Säulen – stark, beständig und wunderschön. Und die Säulen können uns eine Erinnerung an das Beispiel seines tugendhaften Lebens werden.“ Dass bald auch die zweite Säule im ursprünglichen Bleiweiß-Ton erstrahlen wird, freue P. Marek ganz besonders.

 

 

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