Es ist mittlerweile in aller Munde: Zweimal im Jahr öffnet die Karlskirche ihre ehrwürdigen Tore – um im wahrsten Sinne des Wortes „offen“ zu sein für eine Welt, die die Kirche verloren zu haben scheint. Am 25. September fand die zweite Ausgabe der „Open Church Sounds“ statt, bei dem vor der Kirche getanzt, gefeiert, gelacht wird. In der Kirche gibt es Raum für Gespräch, Ruhe und ein Zusammentreffen von zwei Welten, die sich gerade in den letzten Jahrzehnten immer mehr verloren haben.
„Was aus einer spontanen Idee entstanden ist, hat sich zu etwas sehr Tollem, Einzigartigem entwickelt“, sagt P. Rektor Marek Pucalik, O.Cr. Seitdem er an der Karlskirche tätig ist, versucht er, Jugendliche wieder mehr für die Kirche zu interessieren. Das gehe nur, indem man in der Lebenswelt der jungen Menschen präsent sei, so P. Marek. Er war nicht der einzige Priester, der bei den Open Church Sounds dabei war. In der Kirche standen drei Geistliche bereit, um für das Gespräch, das Gebet oder sogar das Sakrament der Versöhnung bereitzustehen. „Ich habe viele, tiefgehende und kluge Gespräche geführt“, sagt einer von ihnen, „mit Menschen, die einfach schon lange keine Möglichkeit hatten, wieder mit einem gläubigen Menschen, geschweige denn mit einem Priester zu reden!“
Mindestens zwei Welten treffen aufeinander, wenn vor der Karlskirche bei Techno und Ravestimmung eingeheizt wird. „Aber man muss versuchen, die Menschen zu erreichen! Wenn wir es nicht tun, erfüllen wir unseren Auftrag als Christen nicht“, sagt P. Marek. Christsein, das heißt, die Frohe Botschaft von Christi Tod und Auferstehung zu leben, zu bezeugen und in die Welt hinauszutragen. „Da muss man auch manchmal ungewöhnliche Wege gehen“, erklärt der Rektor, der sich zufrieden mit den Open Church Sounds zeigt: „Im letzten Jahr kam ein junger Mann zu mir, der wieder in die Kirche eintreten wollte, weil ihn diese Veranstaltung so angesprochen hat.“ Dass sich diese Gnade, die Gott gewährt habe, auch bewähren müsse, sei klar, so P. Marek weiter. Aber ein erster Schritt ist getan – ein erster Schritt hinein in die Kirche, jenen Ort, von dem wir glauben, dass in ihm Christus tatsächlich, greifbar präsent ist.
Ohne die tatkräftige Unterstützung vieler helfender Hände wäre diese Veranstaltung unmöglich gewesen. So sagt ein zufriedener P. Marek am Ende der Veranstaltung: „Polizisten, Gastronomen, Techniker, Securities und vor allem die Jungs von Verum Gaudium, die das alles organisieren: Danke Euch! Gott wird’s vergelten!“
Bilder: Verum Gaudium



